Der Faktor Glück

Manchmal hat man einfach kein Glück beim Kickern und man verliert, obwohl man eigentlich besser ist als der Gegner. Sicher kennt ihr das Gefühl, dass das Spiel gerade einfach gegen euch läuft. Fehler des Gegners werden belohnt und eigene knallhart bestraft. Bei längeren Phasen kann das ganz schön frustrierend sein. Deshalb dreht sich heute alles um den Faktor Glück beim Kickern und wie ihr damit am besten umgeht.

Was ist eigentlich noch Glück?

Zunächst muss geklärt werden, was man unter dem Faktor Glück versteht. Für mich sind das all die ungeplanten Situationen beim Kickern, welche nicht durch die Spieler kontrolliert werden können. Mit ungeplanten Situationen meine ich abgefälschte Pässe und Schüsse, aber auch alle anderen Aktionen, die so nicht von den Spielern intendiert waren. Wichtiger ist das zweite Merkmal, nämlich, dass die Situationen nicht von den Spielern kontrolliert werden können. Dieses ist schwer klar zu definieren. Ein abgefälschter Ball kann zwar unvorhergesehen und gefährlich auf das Tor zufliegen, muss deshalb aber noch lange nicht ein Tor bedeuten. Der Pass eines Spielers kann zwar geblockt werden, dieser kann den Ball jedoch trotzdem auf der 3 oder 5 fangen. An dieser Stelle ist eine kritische Überprüfung der eigenen Sichtweise gefragt. Welche ungeplante Aktion des Gegners konntet ihr wirklich nicht verhindern und bei welcher wart ihr einfach zu langsam oder unvorbereitet?

Ein Verständnis für diese Fragen lässt sich ganz einfach gewinnen, wenn man sich wirklich gute Spieler und deren Spiele anschaut. Wenn man darauf achtet, wird man feststellen, dass weitaus weniger „Eier“ oder glückliche Tore fallen, als man es aus den eigenen Spielen kennt. Dies liegt daran, dass diese Spieler gelernt haben, den Zufall ein Stück besser zu kontrollieren. Teilweise geschieht dies einfach unterbewusst durch schnelle Reflexe. Teilweise geschieht dies aber auch auf Grundlage von einfachen Überlegungen. Wenn man z.B. jeden zweiten Ball auf der 5 blockt, aber kaum einen Ball behält, kann das zwar was mit dem Glück des Gegners zu tun haben, aber vielleicht solltet ihr eure Art zu blocken in dieser Situation auch mal überdenken.

Wie groß ist der Faktor Glück?

Damit will ich allerdings nicht sagen, dass Kickern nichts mit Glück zu tun hat. Ganz im Gegenteil bin ich der Überzeugung, dass es eine verhältnismäßig glückabhängige Sportart ist. Vergleicht man es mit anderen Sportarten wie Basketball oder Tennis, geht es meiner Ansicht nach dort weit weniger um die Gunst des Zufalls. Dies liegt vorrangig an der Beschaffenheit des Spielfeldes und der Geschwindigkeit des Spiels. Das Spielfeld ist beim Kickern durch die Banden umgrenzt. Dies führt dazu, dass viele falsch ausgeführte Schüsse im Spiel bleiben und dadurch eine Gefahr für das eigene Tor bedeuten können. Beim Tennis oder Basketball fliegen zahlreiche falsch gespielte Bälle einfach ins Aus und können dadurch nichts „Gutes“ für den Spieler bringen, der den Fehler gespielt hat. Hinzu kommt die, im Verhältnis zum Ausmaß des Spielfelds, hohe Geschwindigkeit des Balles. Häufig bewegt sich der Ball in einer Geschwindigkeit, auf die man nicht mehr bewusst reagieren kann.

Der Faktor Zufall bzw. Glück und Pech sind also feste Bestandteile des Sports. Es lässt sich nicht wirklich vorhersehen oder planen, vielmehr folgt es im Rahmen der Varianz ganz eigenen Regeln. Auf dieser Grundlage ist auch der eigene Erfolg teilweise stark von Glück geprägt. Es gibt Phasen, da hat man in wichtigen Situationen wie beim 3:3 oder 4:4 häufig Glück. Nach einer Zeit fällt einem das teilweise gar nicht mehr auf und man verlässt sich darauf, dass es jetzt immer so sein wird. Dann kommen aber mit Sicherheit wieder Phasen, in denen es genau umgekehrt ist. Wie sehr ihr auch versucht, euer bestes Spiel zu zeigen, es reicht nicht zum Sieg, weil ihr in zwei oder drei Situationen einfach Pech hattet. Wenn diese Phasen längere Zeit anhalten, kann das mitunter ziemlich frustrierend sein.

Der richtige Umgang mit Varianz

Wichtig ist deshalb, die richtige Einstellung zum Thema Glück. Zunächst würde ich immer kritisch hinterfragen, ob ich die zufällige Situation nicht irgendwie hätte verhindern können. Um die eigenen Reflexe zu schulen hilft z.B. die ein oder andere Session Rollerball, Goaliewar oder Classic. Experimentiert ein wenig mit den verschiedenen Spielmodi. Bei anderen Problemen hilft es auch häufig, sich Gedanken zu machen. Wenn man den Bandenpass des Gegners auf der 5 einfach nicht festhalten kann, dann muss man vielleicht gegen den Ball schlagen, die Füße beim Block nach vorn stellen etc. Ein guter Grundsatz lautet: Verantwortung übernehmen! Sicherlich gibt es genug Situationen, die ihr nicht verhindern konntet, doch nehmt das nicht als Ausrede, euer Spiel nicht kontinuierlich zu verbessern. Teilweise mögen die erzielten Fortschritte zwar marginal sein, doch ab einem bestimmten Punkt geht beim Kickern und bei jedem anderen Sport genau um solche Feinheiten.

Wenn ihr wirklich in einer längeren Pechsträhne gefangen seid, dann macht euch bewusst, dass keine Pechsträhne ewig geht. Statistisch gesehen bekommt ihr auf lange Sicht genau all das als Glück zurück, was ihr gerade als Pech erlebt. Genau diese Varianz ist ein fester Bestandteil des Spiels, dass ihr so gerne spielt. Ihr könnt Pech auch als erhöhte Schwierigkeitsstufe begreifen, die euer Spiel besser macht. Darüber hinaus bieten solche Momente auch eine Chance. Wenn ihr es schafft, trotz des gegnerischen Glücks zu gewinnen, könnt ihr euch sicher sein, dass ihr besser seid als der Gegner. Das Gefühl, das man hat, nachdem man sich auf diese Weise einen Sieg verdient, ist schwer zu überbieten.

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