Interview – David Detre

David Detre ist einer der erfolgreichsten Spieler auf der P4P Tour der vergangenen Jahre. Vor zwei Wochen krönte er seine erfolgreiche Saison 2017, indem er auf der P4P DM das Offene Doppel mit Partner Dominik Pfingst gewann und  im Offenen Einzel den 3. Platz belegte. Im Jahr 2016 gewann der das Offene Einzel auf der P4P EM und konnte sich sogar den Titel in der Königsdisziplin „Bester Elitespieler des Jahres“ erkämpfen.

Seine Energie und Ausstrahlung am Tisch sind beeindruckend und seine Defensive respekteinflößend und schwer nachzuahmen. Darüber hinaus ist David auch einfach ein wirklich witziger Mensch, der Tischfußball und sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Aus all diesen Gründen bin ich sehr froh, dass er sich für ein Interview bereiterklärt hat.

1. Seit wann spielst du Tischfußball und was hat dich dazu motiviert, Zeit in den Sport zu investieren und besser zu werden?

Das erste Mal stand ich mit 17 Jahren im Jahr 2004 an einem Kickertisch. In Budapest gab es einen relativ gut besuchten Kickerladen. Dort wurde auf Garlando gespielt, aber nicht einem Garlando wie man ihn heute auf Turnieren sieht. Die Spielfläche war mit einer Glasplatte abgedeckt und die Bälle waren so alt und die Platte so klebrig, dass er sich griffiger gespielt hat als ein Soccer heutzutage.

Von Anfang an hatte ich ein ziemlich gutes Ballgefühl für das Spiel und so wurde ich schnell besser, was ein großer Motivationsschub für mich war. Bei mir ist es generell so, dass ich eine Sache entweder zu 100% mache oder gar nicht. Mit Durchschnittlichkeit will ich mich aus irgendeinem Grund nicht zufriedengeben. Deshalb stand ich ab 2004 die nächsten 4-5 Jahre fast jeden Tag in dem Kickerladen, habe gespielt und wurde dort einer der besten Spieler.

Eines Tages habe ich von der Ungarischen Meisterschaft im Tischfußball gehört und wollte da natürlich hin, um den anderen mal zu zeigen, wie gut ich geworden bin. (schmunzelt) Dort habe ich dann in der ersten Runde im Offenen Einzel gegen ein Mädchen spielen müssen und wurde richtig verprügelt. Ich habe dermaßen auf die Fresse bekommen, dass ich komplett gebrochen war und die Verliererrunde gar nicht mehr gespielt hab. Doch das hatte auch sein Gutes, denn auf dem Turnier habe ich zum ersten Mal die ranglistenbesten ungarischen Spieler spielen sehen. Zwei von ihnen hatten in Budapest einen Kickerladen und dort bin ich seit dem Turnier immer zum Trainieren hingegangen. Dort habe ich dann die Technik zum Kickern das erste Mal „richtig“ gelernt. Mit den mentalen Aspekten des Spiels habe ich mich damals noch nicht aktiv beschäftigt. Das kam dann erst später, als ich nach Deutschland gezogen bin.

2. Von welchen Spielern hast du am meisten gelernt und was? Hast du Vorbilder beim Kickern, welche sind es und warum? Wer ist dein Lieblingsspieler und warum?

Im Oktober 2012 bin ich nach Berlin gezogen und habe mehr und mehr gemerkt, dass allein das technische Arsenal für den Turniersieg nicht ausreicht. Auf größeren Turnieren war regelmäßig bei Platz 33 oder 17 Schluss, obwohl ich die wesentlich besseren Schüsse und Pässe hatte als mein Gegner.

Im Jahr 2013 habe ich mit Gregor Scheibler zusammengearbeitet und mich in der Folge viel mit ihm über Kickern, Entscheidungsfindung und die mentalen Aspekte des Spiels unterhalten. Ich habe ihm das glaube ich nie gesagt, aber Gregor hatte wahrscheinlich einen der größten Einflüsse auf mein heutiges Spiel. Erst durch ihn habe ich verstanden, was für ein riesiges Mindgame Kickern ab einem bestimmten Level ist. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum meine Erfolge in den letzten 5-7 Jahren so sprunghaft angestiegen sind. Die technische Grundlage war die ganze Zeit schon vorhanden, deshalb war die mentale Entwicklung umso bedeutender.

Abgesehen davon gibt es nicht den einen Spieler, den ich uneingeschränkt als Vorbild oder Lieblingsspieler bezeichnen würde. Stattdessen gibt es immer einzelne Elemente in dem Spiel, welche ich besonders schön oder beeindruckend finde. Wenn ich es mir aussuchen könnte, dann würde ich z.B. die 3 und die Ausstrahlung von Rocco haben wollen. Der Schuss ist eines der schönsten Dinge auf der Tour und sein Verhalten ist immer vorbildlich. Er verhält sich nie unfair gegenüber seinen Gegner und hat immer ein Lächeln oder einen witzigen Spruch auf den Lippen. Diese Lockerheit versuche ich auch in mein Spiel zu bringen und es hat mir auch schon das ein oder andere Spiel gewonnen, in dem ich unter normalen Umständen durch das Glück des Gegners meinen Matchplan verloren und dadurch mich selber besiegt hätte.

Auf der 5 finde ich das Ballgefühl von Rob und den Runner von Scotty Wydman am geilsten. Darauf habe ich mein System auch ein Stück weit aufgebaut. Ich bin z.B. kein Freund von übertrieben harten Pässen, denn gerade in Drucksituationen steigt die Fehlerquote bei diesen drastisch an. Dann spiele ich lieber einen langsamen Pass mit einem guten Fake und bedanke mich beim Gegner dafür, dass er mir den Ball beim 4:4 schenkt. (zwinkert)

Die 2 würde ich mir aus Billy Pappas, Todd Loffredo, Tommy Adkisson und Thierry Müller zusammenbauen. Ich mag es, auf der 2 kreativ zu werden. Es gibt so viele Optionen, um Tore zu schießen und ohne meine 2 hätte ich weitaus weniger Titel im Einzel gewonnen.

Die Softskills, das Spielverständnis und die Defensive würde ich definitiv von Fred nehmen. In diesen Bereichen ist er einfach so viel besser als alle anderen Spieler und das ist meiner Ansicht nach auch der Grundstein für seine absolute Dominanz über so viele Jahre.

3. Was waren deine drei größten Erfolge in deiner Tischfußballkarriere und warum?

Ich bin ein Mensch der sich laufend Ziele setzt und versucht, diese zu erreichen. Am Anfang wollte ich der erste ungarische Spieler sein, der auf einem großen Turnier in einer offenen Disziplin etwas gewinnt. Das war dann 2010 auf der Garlando WCS auch der Fall. Damals habe ich das Mixed gewonnen, in dem alle guten Spieler bis auf Fred mitgespielt hatten.

Der nächste große Erfolg war der Sieg im Nationscup auf der Leo WCS 2013 in Deutschland. Im Halbfinale hatten wir schon mit einer starken Leistung gegen Belgien gewonnen und im Finale wartete dann Deutschland. Im entscheidenden Spiel haben Gergely Talai und ich gegen Longlong Krutwig und Yannik Hansen gespielt und wir lagen in einem Satz auf 7 mit 6:1 zurück. Dabei muss man wissen, dass wir 20 Minuten zuvor in einer anderen Disziplin genau gegen Longlong und Yannik bereits geschlagen wurden und die beiden machten genau so weiter, wie sie aufgehört hatten. Doch irgendwie habe ich es in dem Moment geschafft, sowohl meine Offensive als auch meine Defensive komplett umzustellen und Gergely hat angefangen zu halten und super rausgespielt. Irgendwann hat Longlong dann Nasenbluten von dem Druck bekommen und in diesem Moment wusste ich, dass wir eine sehr gute Chance haben, das zu gewinnen. Es war ein bisschen so, als hätte ich Blut geleckt und dieser Motivationsschub hat uns dann im letzten Ball gewinnen lassen.

Der dritte große Erfolg war im Jahr 2016 der Sieg im Offenen Einzel auf der EM und der Titel des besten Elitespielers. Vorher war ich 7 oder 8 Mal in einem OE Finale und hatte immer verloren. Für die Saison 2016 hatte ich mir auch extra einen Ullrich für zu Hause geholt und vor jedem Turnier allein trainiert, Videos geguckt und mit anderen Leuten zusammen trainiert. Es ist schwer zu beschreiben, wie viel mir diese Erfolge bedeuten. Aber wenn man so viel Zeit und Mühe für eine Sache aufwendet, dann gibt es kaum ein besseres Gefühl, wenn man es dann endlich erreicht.

4. Gibt es einen Bereich in deinem Spiel, der dir einen Vorteil gegenüber anderen Spielern gibt, also eine Art individuelle Stärke oder Fähigkeit und welche ist es?

Wahrscheinlich ist es gar nicht ein bestimmter Bereich am Tisch, sondern eher meine Herangehensweise an den Sport. Ich bin glaub ich relativ gut in der Analyse des Spiels und verstehe, warum ich verliere und was ich tun muss, um zu gewinnen. Vor der Saison 2016 habe ich mir das Ziel gesetzt, bester Elitespieler des Jahres zu werden. Mir war klar, dass ich dafür wesentlich konstantere Leistungen abrufen muss und vor allem verstehen muss, warum ich meine Spiele verliere. Deshalb habe ich mir Videos von mir angesehen.

Dazu muss ich sagen, dass ich es hasse, Videos von mir anzusehen. Ich bin selten zufrieden mit meinem Spiel und finde viel zu viele Dinge, die ich nicht gut finde. Trotzdem habe ich mir so viele Spiele wie möglich von mir angeguckt, in denen ich verloren habe. Denn in diesen Spielen liegt das Potential, sich zu verbessern. Dazu habe ich mir einen Zettel und einen Stift genommen und immer, wenn ich etwas gesehen habe, was mir nicht gefallen hat, habe ich eine Notiz gemacht. Manchmal habe ich mir zu wenig oder zu viel Zeit in bestimmten Situationen gelassen, manchmal habe ich zu stur auf einer Lücke beharrt oder manchmal bin ich dummerweise das Tempo des Gegners mitgegangen. Die Liste war am Ende sehr lang. (lacht) Doch dadurch habe ich wiederkehrende Fehler in meinem Spiel ausmachen können und bin mir zum ersten Mal über die Reichweite mancher auch noch so kleiner Fehler bewusstgeworden. Als ich dann das nächste Mal im Spiel drauf und dran war, den Fehler zu begehen, habe ich mich an die Videos erinnert und mir gesagt: Lass es bleiben. Das sieht nachher scheiße aus auf dem Video und du ärgerst dich darüber. (schmunzelt)

5. Gibt es grundlegende Prinzipien für das offensive oder defensive Spiel? Wie würdest du diese beschreiben?

Ich würde sagen, dass man seinen Gameplan an den Gegner anpassen sollte. Spiele ich gegen einen schnellen Gegner wie Jamal (Allalou) oder Tom (van de Cauter) muss ich ein völlig anderes Spiel spielen als ich gegen z.B. Longlong (Krutwig) oder Minyoung (Bai) aufziehen kann. Entscheidend ist also das Spieltempo, welches man sich selbst quasi „erlaubt“. Darüber hinaus muss man bei guten Spielern auch mehr ins Detail gehen und bestimmte Schwächen herausfinden und diese ausnutzen, wenn man langfristig gegen sie gewinnen will. Das mache ich insbesondere, wenn ich mehrfach in Folge gegen ein und denselben Spieler verloren habe, aber auch, wenn ich häufig gegen einen bestimmten Spieler spielen muss. Insofern hat Kickern meiner Ansicht nach viel mit Pokern gemein. Es gibt nicht das eine richtige offensive oder defensive System. Man muss das spielen, was auf deinen Gegner passt. Du wirst keinen Fish bluffen können. Versuch also nicht, gegen einen Neuling oder Amateur mit Quickshots zu glänzen. Jedes Spiel verlangt eine unterschiedliche Lösung und nicht mehr und nicht weniger sollte man auf die Platte bringen. Häufig gefällt einem das zwar nicht und die Arme wollen was ganz anderes machen, aber das ist meiner Ansicht nach der beste Weg, um zu gewinnen.

Ein grundlegendes Prinzip in meiner Offensive ist der Schwerpunkt auf den Stangen. Damit meine ich, dass ich eine Option bewusst häufig schieße, um den Gegner darauf festzunageln. Damit wird der Rest des Tores viel einfacher zu bedienen. Bei meinem rechtsdreiviertel Jet auf der 3 ist das z.B. der Lang. Wenn der Gegner da nicht steht, dann schlägt es so lange ein, bis er dort steht. Wichtig ist dabei natürlich, dass man den Schuss nicht racen kann. So verstehe ich z.B. manche Spieler nicht, die ein Langsystem spielen und den Lang aber nicht schnell genug auslösen können, sodass sie gefahren werden. Der Grund, warum ich rechtsdreiviertel schieße ist übrigens der alte Garlando. Wenn ich dort Jet aus der Mitte geschossen hab, dann ist der Rechts immer an die Latte gesprungen. Wenn ich den Ball weiter nach links im Setup bewegt habe, hatte ich das Problem nicht mehr. Das System habe ich dann auch auf die anderen Tische übertragen und schieße es heute noch. Einen Schwerpunkt zu haben, heißt natürlich nicht, dass man blind einfach immer dasselbe macht. Aber eine Ungleichverteilung in der Schussauswahl kann meiner Ansicht nach die Deckung des Gegners viel besser zerstören, als eine gleichmäßige.

Die Defensive hängt stark von dem Modus ab. In einem kurzen Modus wie der Bundesligamodus konzentriere ich mich zu 95% auf die Offensive und die Defensive ist komplett Bonus. Ich nehme mir zwar bestimmte Dinge vor, aber ich verschwende bei weitem nicht so viel Energie darauf. In einem „best of five“ kommt der Defensive weitaus mehr Bedeutung zu. Entweder ich kenne den Gegner, dann habe ich einen defensiven Plan. Wenn ich ihn nicht kenne, dann schaue ich mir sein Spiel im ersten Satz sehr genau an. Häufig verliere ich den Satz sogar, weil ich mir bestimmte Dinge zeigen lasse. Einen schwierigen Schuss glaube ich dem Gegner grundsätzlich erst, wenn er ihn zweimal sauber geschossen hat. Bis dahin verteidige ich die einfachen Optionen. Wenn der Gegner beim 4:4 einen mega Schuss auspackt, den ich ihm nicht geglaubt hab, dann ist das so. Dann kann ich sagen „good shot“ und es geht mit dem nächsten Satz oder Spiel weiter. Spätestens ab Mitte des zweiten Satzes habe ich genug Informationen gesammelt, um dem Gegner das Leben richtig schwer zu machen.

6. Wie gehst du mit Drucksituationen um? Hast du eine bestimmte Strategie oder trainierst du für diese Situationen abseits vom Tisch?

Zum einen ist es hilfreich, eine gewisse Lockerheit beim Spielen zu behalten. Das ist das, was ich vorhin über Rocco gemeint hab. Eine lockere Grundhaltung ist die beste Strategie, um auch in Drucksituationen Leistung abzurufen. Manchmal passiert es natürlich, dass man unbedingt gewinnen will und sich selbst zu sehr unter Druck setzt. Eine solche Situation habe ich mal auf einer DM mit Oke (Harms) im Doppel erlebt. Wir haben gegen zwei Luxemburger gespielt und ich war sehr angespannt, hab mich nicht gut gefühlt und konnte einfach nicht das abrufen, was ich normalerweise kann. In diesem Moment kam Ingo (Aufderheide) zu mir und meinte: „Don’t try to win so much.“ Auch wenn ich es in diesem Moment nicht direkt umsetzen konnte, ist dieser Satz bei mir geblieben und ich habe ein besseres Verständnis für die Wichtigkeit von Kickern und dem Gewinnen bekommen. Am Ende geht es nicht um das Gewinnen an sich. Eigentlich geht es immer nur um den aktuellen Ball. Legen, schießen, verteidigen, adaptieren. Die Konzentration auf das Ergebnis beraubt dich der Möglichkeit, dein bestes Spiel abzurufen.

Dabei hilft mir extrem, wenn ich mir klarmache, dass es nur Kickern ist. Wir stehen an Holztischen mit 22 Plastikfiguren und versuchen einen kleinen Ball in ein Tor zu schießen. Ob wir gewinnen oder verlieren ist völlig egal. Dadurch wird niemand reich, arm, gesund oder krank. Deshalb kann mich keine Niederlage im Kickern wirklich berühren. Natürlich verspüre ich trotzdem Druck beim 4:4 im letzten Satz, aber diese Sicht hilft mir, alles etwas leichter zu nehmen. Eigentlich ist es nur ein weiterer Ball. Wenn ich bis hierhin gekommen bin, dann gibt es keinen Grund, warum ich nicht auch gewinnen sollte. Wenn ich verkacke, dann lerne ich daraus. Niederlagen sind der beste Weg, um besser zu werden. Insofern kann man eigentlich nur gewinnen. Entweder das Spiel oder den nächsten Entwicklungsschritt.

7. Wie bereitest du dich auf ein wichtiges Turnier vor? Wie sehen deine Trainingsroutinen aus?

Ich trainiere viel zu wenig. (lacht) 2016 habe ich es hinbekommen vor fast jedem Turnier alleine am Tisch zu stehen und das Jahr war sehr erfolgreich für mich. Also habe ich mir auch für 2017 vorgenommen, mich auf die Turniere vorzubereiten, habe es allerdings nur selten wirklich gemacht. Einzig für die DM habe ich mich wirklich vorbereitet und am Ende habe ich mit Dominik das OD gewonnen und war 3. im OE. Training scheint sich bei mir also auszuzahlen, aber ich mache es trotzdem nicht oft genug.

Wenn ich aber trainiere, dann wärme ich mich häufig mit etwas für mich unkonventionellen auf. Also z.B. oben durchlegen, Rechtslang schießen etc. Danach kommt das normale Training meiner Standardoptionen. Dabei trainiere ich nicht alleine. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber selbst, wenn ich alleine am Tisch stehe, gehe ich immer Spielzüge gegen bestimmte Gegner durch. Ich überlege mir z.B. wie ich gegen einen bestimmten Spieler in der Vergangenheit gespielt habe. Welche Pässe waren erfolgreich? Welche Schüsse hat er mir gegeben? Womit hat er mich aufgehalten etc.? Diese Optionen versuche ich dann mit voller Intensität abzurufen. Wenn man einfach nur so vor sich hintrainiert ist der Effekt bei Weitem nicht der gleiche meiner Ansicht nach.

8. Was sind deiner Meinung nach die häufigsten Fehler auf dem Amateur-Level? Gibt es solche häufigen Fehler auch auf dem Master-/Elite-Level?

Neulinge und Amateure haben viele verschiedene Fehler, häufig technischer Natur. Es braucht einfach Zeit und Training, diese auszumerzen. Wenn man die technischen Mittel einmal entwickelt hat, dann ist man auf einem soliden Master-Niveau. Danach entscheidet der Kopf. Ein großer Fehler ist z.B., dass Leute übermotiviert in Spiele gehen. Sie brüllen gleich ab dem ersten Ball rum und klatschen sich übertrieben mit ihrem Partner ab etc. Das kostet alles Energie, welche man sinnvoller auf andere Dinge hätte verwenden können.

Der Unterschied zwischen Master und Elite ist häufig auch eine gewisse Kaltschnäuzigkeit. Wenn sich dir eine Gelegenheit bietet den Gegner für Fehler zu bestrafen, dann solltest du diese unbedingt nutzen. Gerade im Einzel ist das eine sehr wichtige Fertigkeit. Die besten Einzelspieler wie Fred, Billy, Rob, Ryan etc. können dich alle bestrafen, wenn du auch nur eine Sekunde nicht fokussiert bist. Dadurch müssen sie fast immer weniger „ehrliche“ Tore im Satz schießen, als ihr Gegner. Das ist eine enorme Kraftersparnis. Um Kreativität und Geschwindigkeit zu trainieren, sind Pickup-Games oder Two-Ball eine sehr gute Möglichkeit. Auch um während des Turniers warm zu bleiben, ist das eine sehr gute Option. Leider wird das in Deutschland viel zu wenig gespielt.

9. Welches sind deine favorisierten Griffbänder?

Neongelbe Masterwraps. Ursprünglich habe ich sie genommen, weil Fred sie benutzt hat und Fred hat die Wraps konzipiert. Deshalb dachte ich, dass es einen Grund haben muss. Ich habe auch viele verschiedene Dinge ausprobiert und die neongelben Masterwraps gefallen mir einfach am besten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*